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Aktuelle Meldungen der Naturfreunde Nienburg/Weser

 

13. November 2016
Aktionstag “Vielfalt statt Einfalt – Nienburg kein Ort für Neonazis”
am 19. November 2017
Ab 11:00 Uhr Kundgebung auf dem Ernst-Thoms-Platz

Im Rahmen der Ausstellung zu Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire rufen der Runde Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg und WABE, das Weser-Aller-Bündnis- Engagiert für Demokratie und Zivilcourage Menschen, Verbände, Vereine in Stadt und Landkreis Nienburg zu einem Aktionstag auf unter dem Motto:

„Wir stehen für ein menschliches, weltoffenes und tolerantes Deutschland,
für das friedliche Zusammenleben aller Menschen in diesem Land,
ungeachtet ihrer Weltanschauung, Religion, Kultur oder Hautfarbe.
Wir sind nicht allein. Unsere stärksten Waffen sind Mut zur Zivilcourage und Entschlossenheit.
Auf uns, die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes kommt es an.“
(Auszüge aus der Berliner Erklärung für Toleranz 2000.)

In der Zeit von 11:15 bis 17:00 Uhr zeigen die NaturFreunde Nienburg vor dem Posthof in der Fußgängerzone verschiedene Reiseberichte. Gegen möglichen Regen schützt ein Zelt. Die "Eindrücke rund um die Welt" sollen ein Zeichen für Vielfalt statt Einfalt setzen.

Beginnen wird um 11:15 Uhr Horst Beyer von der Fotogruppe mit seiner "Reise durch Nordpolen". Gegen 12 Uhr präsentiert Gerd Ruzyzka-Schwob ”9,5 Wochen" mit dem Linienbus durch Südamerika (Argentinien, Chile, Uruguay und Brasilien). Ab 13 Uhr geht es weiter mit den Fotogruppenmitgliedern Gilda Simon mit "Kuba entdecken" sowie ab 14 Uhr mit Eindrücken „Unter Spaniens Himmel – Extremadura“ von Elke Schierholz sowie Ingo Hattendorf. Um 15 Uhr setzt Ying Li die Reihe mit dem Bericht über ihr Heimatland unter dem Titel "Vielfalt Chinas" fort. Gegen 16 Uhr entführt Volker Selent das Publikum auf eine "Rundreise durch Costa Rica". Die Vorträge sind alle kostenlos.

Alle Vortragenden freuen sich über fast jeden der kommt und ein wenig Zeit mitbringt.

In der gesamten Innenstadt finden in der Zeit von 11:00 bis 17:00 Uhr diverse Aktionen, Spiel- und Mitmachprojekte sowie ein buntes Kulturprogramm statt. Auf dem Ernst-Thoms-Platz neben dem Fundus findet neben der Auftaktkundgebung und dem Kulturprogramm die Aktion „Unser Kreuz hat keine Haken!“ der evangelischen Jugend statt. Dort können sich auch weitere demokratische Initiativen beteiligen. Der Kreisjugendring bietet Mitmachaktionen am Marktplatz beim Rathaus. Attac, Against Racism, Linksjugend und Lions präsentieren sich in der Langen Straße /Jahnstraße, die Naturfreunde präsentieren auf dem Posthof Reiseberichte aus aller Welt, demokratische Parteien und Wählergemeinschaften haben sich in der Georgstraße / Lange Straße verabredet und auf das Thema „Grundgesetz und Menschenrechte“ verständigt, der CJD steht mit der Aktion „Kein Fingerbreit der Fremdenfeindlichkeit“ und der bekannten großen blauen Hand an der Verdener Straße / Schumannstraße. Die Gewerkschaften gegen Rechts stehen mit der Gelben Hand unter dem Motto „Mach meinen Kumpel nicht an!“ am Rondell vor dem Weserschlösschen. Darüber hinaus sind Aktionen am Bahnhof und an der Bahnhofstraße geplant.

Zentrales und verbindendes Element des Aktionstags ist die Weser-Site-Galerie gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit. Mit der Weser-Site-Galerie wird die Ausstellung „Oh, eine Dummel – Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“, die derzeit im Rathaus präsentiert wird, in den öffentlichen Raum getragen. Dafür wurden fünfzehn Karikaturen der Ausstellung großformatig auf Bannern gedruckt und werden an den beschriebenen Standorten auf Bauzaunelementen präsentiert -  ein sichtbares Zeichen dafür, dass Nienburg ein Ort der Vielfalt ist. WABE dankt insbesondere den Ausstellungsmachern der CD-Kaserne in Celle,  den Zeichnern, die die kostenlose Nutzung ihrer Karikaturen für diese Aktion ermöglicht haben und dem Tannenhof Schlemermeyer in Langendamm, der die Bauzaunelemente für die Aktion sponsert.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass für diesen Tag ab 14.00 Uhr eine Demonstration der rechtsextremen Gruppe „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ in Nienburg angekündigt ist. Deshalb wollen sie auch ein Zeichen setzen unter dem Motto „Nienburg - kein Ort für Neonazis!“

Diesem Aufruf haben sich bisher folgende örtlichen Gruppen angeschlossen:
Kreisjugendring Nienburg, Against Racism Nienburg, attac, NABU, BUND, GEW, DGB, VER.DI, CJD, Ev. Kirchenkreis Nienburg, Katholische Kirchengemneinde St. Bernward, Herberge zur Heimat, Naturfreunde, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, Unabhängige Liste Nienburg, Evangelische Jugend im Kirchenkreis Nienburg, FUNDUS, Linksjugend Solid, WABE-Jugendforum, Arbeitskreis Gedenken der Stadt Nienburg

 

09. November 2016
Wie wollen wir miteinander leben?
Lebhafte Zukunftsdebatte bei den Nienburger NaturFreunden

Ist eine Zukunft möglich, in der Klimaschutz umgesetzt sein wird, in der nachhaltig gelebt wird, in der die Ressourcen und die Einkommen global gerecht verteilt sein werden? Zu dieser Diskussion hatten die Naturfreunde und Ver.di Nienburg eingeladen. Die Antwort lautet, zumindest bei der Wein- und Talk- Veranstaltung im Naturfreundehaus: Ja - aber nur, wenn unsere Wirtschaftsordnung nicht unverändert zwangsweise auf Wachstum basiert. Lars Niggemeyer vom Deutschen Gewerkschaftsbund, Malin Holtmann von der Naturfreundejugend und Frank Adloff, Professor für Soziologie, diskutierten mit dem Publikum über die Schwierigkeiten und Chancen von entsprechenden Visionen. „Die Zukunftsgestaltung muss frei vor der Angst um Armut und sozialem Abstieg sein“, so Niggemeyer. In seiner Utopie ist Arbeit gerecht verteilt, denn 5-6 Millionen Arbeitslose bereiten auch den Erwerbstätigen Zukunftsängste. Dabei nimmt er durchaus die 30-Stunden-Woche als Vollzeittätigkeit ins Visier.

Bis zur Verwirklichung seiner Vision sieht Adloff viele zu umschiffende Klippen, unter anderem Nord-Süd-Gefälle, die Arbeitslosigkeit, die Klimaschutzprobleme. Aber, so sagt er: "Wir dürfen vor der Zukunft nicht ratlos stehen. Wachstum kann es aus ökologischen Gründen nicht geben. Das macht aber eine Umverteilung noch schwieriger“. Als Gegengewicht zu Neoliberalismus und Rechtspopulismus schwebt ihm eine Kultur der Kooperation vor, also das Gegenteil von Konkurrenz und Hierarchie. Er weiß von vielen Experimenten, bei denen Menschen ein anderes Miteinander ausprobieren. Sein Ziel ist es, die verschiedenen Visionen für eine ökologisch und sozial ausgerichtete Gesellschaft zusammen zu bringen. Er machte dabei auf ein Manifest aufmerksam, dass über 40 französische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Intellektuelle über drei Jahre entwickelt haben und verschiedene politische Strömungen verbindet. Durch die von Adloff vorgenommene deutsche Übersetzung ist das Konvivialistische (con vivere = miteinander leben) Manifest mittlerweile auch im Buchhandel zu beziehen.

Niggemeyer widersprach einem Nullwachstum. Er verwies auf den notwendigen Wachstum bei Transformationszielen wie Soziales und Ökologie. „Wachstum muss nicht immer gleich neuer Ressourcenverbrauch sein“. Wie sich Null- bzw. Negativwachstum mit sozialem Abstieg und Armut verbindet, habe Griechenland gezeigt. Ein Verzicht auf das weltliche Durchschnittseinkommen von 700 Euro sei nicht mehrheitsfähig. Adloff dagegen plädierte, sich unabhängig von Mehrheiten mental und praktisch umzustellen: „ Solange wir glauben, die Wachstumsideologie niemals verlassen zu können, stagnieren wir.“

Holtmann, noch in der Ausbildung zur Speditionskauffrau, fragt sich, wie für sie die Zukunft aussehen würde, wenn ihr Beruf durch neue Technologie überflüssig wird. Selbst sie als Jugendliche spürt den Druck, dass es immer schneller und weiter gehen muss, wenn jemand nicht unten ankommen will. Sie will sich dem nicht hilflos ausliefern und sucht Verbündete, sich dem entgegen zu stellen. „Der erste Schritt ist mit anderen reden, sich mit Gleichgesinnten verbinden und dann kollektiv die Interessen vertreten, statt sich nur eine Meinung zu bilden. In ihrem Heimatort würde sie da recht alleine stehen, aber sie war mit der Naturfreundejugend bei den Demonstrationen gegen das Handelsabkommen dabei. „Wir haben TTIP und CETA zum Thema gemacht. Schon das ist ein Fortschritt.“ Beispielhaft nannte sie, wie sie eine Jugendfreizeit mit dem Ziel der Nachhaltigkeit betreute, die nicht nur die teilnehmenden Kinder begeisterte, sondern auch die Eltern.

Aus dem Publikum gab es dann viele Wortbeiträge und Fragen. Wie können Machtstrukturen aufgebrochen werden? Wie sind die sozialen Kampagnen über das Internet einzuordnen? Wie ernst werden Menschen von der Politik genommen, wenn Mandate, für die sie sich beworben haben und gewählt wurden, gar nicht erst annehmen? Ein klares Bekenntnis zum Verzicht stand genauso im Raum wie der Hinweis, dass im Niedriglohnsektor nicht zum Verzicht aufgerufen werden kann, wenn andere ihr Vermögen stetig vermehren. Ein gemeinsamer Leitgedanke, unter dem sich die verschiedenen Bewegungen verbinden können, würde fehlen.

Adloff gab den Rat, Zukunftsziele auf kommunaler Ebene zu formulieren und hier die Demokratisierung voranzutreiben. Niggemeyer sprach sich statt zu resignieren für eine Visionen-Offensive aus. „Mit Visionen haben wir auch Menschenrechte verwirklicht“. Optimistisch blickt daher Holtmann in die Zukunft. „Dieser Abend ist ein Anfang.“ Und Adloff betonte: „Wir haben die besseren Visionen und Argumente.“

 

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